Inhalt:

Markgräfliches Opernhaus

 

Opernhaus geschlossen · Wiedereröffnung am 17. April 2018

Um das Bayreuther Welterbe zu erhalten, wird das Markgräfliche Opernhaus derzeit umfassend restauriert. Ab 17. April 2018 wird das Opernhaus wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.


Nutzung zur Zeit Wilhelmines

 

Bild: Szene aus dem Film "Farinelli"

Szenenfoto während der Aufnahmen zum Film "Farinelli", 1994

Theateraufführungen und Feste

Das Gebäude war ganz und gar auf die Anforderungen, die die Aufführung einer Opera seria stellte, konzipiert. Das bedeutet indessen nicht, dass nicht auch andere Nutzungsweisen möglich waren.

Aus einem Bericht über die Feierlichkeiten zur Vermählung von Prinzessin Friederike und Herzog Carl Eugen im September 1748 geht hervor, dass neben der Opera seria die unterschiedlichsten Feste und Theaterveranstaltungen durchgeführt werden konnten.

Man gab Komödien in französischer und Opern in italienischer Sprache und veranstaltete auch große Diners. Justizrat Sebastian König überliefert in seiner um 1800 verfassten Beschreibung des Opernhauses, dass man – um für solche Feste ein durchgehendes Bodenniveau von Bühne und Parterre zu erreichen – "das ganze Parterre mit Brettern auf Böcken" überdeckte, "welches viel Zeit und Mühe kostete, und dennoch wankend war".

Im etwas später errichteten Münchner Cuvilliés-Theater wurde dagegen die aufwendige Lösung eines mechanischen Hebelwerks gewählt, mit dessen Hilfe der gesamte Parkettboden auf das Niveau der Bühne angehoben werden konnte.

 

Opernaufführungen

Das "Drama per musica", heutzutage Opera seria genannt, war naturgemäß jene Form des barocken Festes, die der Bestimmung des Gebäudes vollkommen entsprach. Aufgrund eines nicht zuletzt durch die Regentschaft Ludwigs XIV. in neue Bahnen geleiteten Geschmacks hatte es gegen Ende des 17. Jahrhunderts das bunte Spektakel der "italienischen Oper" abgelöst.

 

 

Bild: Titelblatt zur Oper "Amalthea"

Titelblatt des von Wilhelmine von Bayreuth
verfassten Librettos zur Oper "Amalthea"

Der neue Typus der rein ernsten Oper passte sich ganz der heroischen Welt des europaweiten Absolutismus an. Der Stoff aus der antiken Mythologie und Geschichte wurde ohne komplizierte Nebenhandlungen von einer beschränkten Personenzahl vorgestellt.

Die Handlung war in der Regel analog zur Rolle der heroischen Person des Fürsten angelegt, sodass die Opera seria zum Standard der höfischen Opernkultur im 18. Jahrhundert avancierte. Hand in Hand mit ihrer Ausbreitung gelangte der Bau von Hoftheatern zu einer bis dahin ungeahnten Blüte.

Im neuen Markgräflichen Opernhaus kamen als Beispiele dieser Gattung die beiden Opern "Il trionfo d'Ezio" und "Artaxerxes" zur Aufführung. Der hohe Anspruch, den man sich in Bayreuth zu eigen machte, wird daraus ersichtlich, dass die Musik von Johann Adolf Hasse stammte, dem neben Händel bedeutendsten Vertreter der Opernkunst vor Mozart, während das Libretto zu "Ezio" auf Pietro Metastasio zurückgeht, einem der produktivsten Librettisten der Operngeschichte.

| nach oben |