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Neues Schloss Bayreuth

Bild: Hauptfassade des Neuen Schlosses

 

Das Neue Schloss Bayreuth mag nach außen und vielleicht auch in seinem Inneren auf manche Besucher fast etwas bescheiden wirken. Es kann in der Tat nicht, was Größe und Prunk angeht, den Vergleich mit Anlagen wie der Würzburger Residenz aufnehmen. Und doch zählt das Bayreuther Schloss zu den Hauptwerken der deutschen Architektur des 18. Jahrhunderts. Nicht das Grandiose, Überwältigende machten den Reiz dieses Gebäudes aus, sondern das Zarte, Feine, das Intime seiner Gestalt, kurz das, was der Begriff "Bayreuther Rokoko" beinhaltet.

 

Bild: Japanisches Zimmer

Japanisches Zimmer

Schon lange hatte das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine den Wunsch gehegt, ein neues Residenzschloss zu errichten. Das Alte Stadtschloss, ein bemerkenswerter barocker Bau des 17. Jahrhunderts, entsprach weder den gesteigerten Ansprüchen einer repräsentativen Hofhaltung noch dem neuen Wohnkomfort des 18. Jahrhunderts. Der Brand, der am 26. Januar 1753 das Alte Schloss weitgehend in Schutt und Asche gelegt hatte, erzwang schließlich einen Neubau.

"Ich habe mir das Vergnügen gemacht, den Plan meines Palastes selbst zu entwerfen." Wenn man einen solchen Satz vielleicht auch nicht allzu wörtlich nehmen darf, so machen diese Worte Wilhelmines in einem Brief an ihren Bruder Friedrich doch deutlich, dass die Anteilnahme der Markgräfin an Planung und Errichtung des Neuen Schlosses, wie der Nachfolgerbau heißen sollte, groß war.

Die eigentliche architektonische Konstruktion stammt von dem Bayreuther Hofarchitekten Joseph Saint-Pierre. Als Standort hatte er ein Gelände am markgräflichen Lustgarten bestimmt. Die dort knapp zehn Jahre zuvor in einer offenen Reihe errichteten Bauten wurden in die von Saint-Pierre entworfene Architektur des Neuen Schlosses einbezogen; auf diese Weise entstand der charakteristische, lang gestreckte Baukörper.

 

Bild: Palmenzimmer

Palmenzimmer

Wie im Alten Schloss der Eremitage nahm auch hier Wilhelmine großen Einfluss auf die Gestaltung der Räume.

Hervorzuheben sind vor allem das Spiegelscherbenkabinett mit der von Jean-Baptiste Pedrozzi stuckierten Darstellung der Markgräfin als chinesische Weise, der Salon mit der Golddecke, Wilhelmines Japanisches Zimmer in Form eines mit exotischen Blumen bewachsenen Gartenspaliers oder das Alte Musikzimmer mit den Pastellbildnissen von Sängern, Schauspielern und Tänzern.

Ein Rundgang durch das Neue Schloss macht den Besucher mit dem Leben, Denken und Wirken der Markgräfin Wilhelmine und ihres Gatten Friedrich bekannt. Er führt in die ferne, faszinierende Welt des höfischen Rokoko in seiner charakteristischen Bayreuther Ausprägung.

Im südlichen Flügel, dem Appartement des Markgrafen, befindet sich das wohl bedeutendste Raumkunstwerk des Bayreuther Rokoko: das Palmenzimmer mit einer kostbaren Nussholzvertäfelung und vergoldeten Palmen.

Nach Fertigstellung des Hauptschlosses ließ der Markgraf ab 1759 für seine zweite Gemahlin, Sophie Karoline von Braunschweig-Wolfenbüttel, das zunächst frei stehende Italienische Schlösschen errichten. Wenig später wurde es mit dem Südflügel des Neuen Schlosses verbunden.

 

Bild: Museum "Das Bayreuth der Markgräfin 
          Wilhelmine"

Raum im Wilhelmine-Museum

Im Erdgeschoss ist die 1977 erworbene Sammlung Rummel mit Bayreuther Fayencen ausgestellt. Das Museum "Das Bayreuth der Margräfin Wilhelmine" gibt einen umfassenden Einblick in die Welt des höfischen Bayreuth im 18. Jahrhundert.

Auf die wiedereröffnete Bildergalerie mit Werken des Spätbarock, eine Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, folgen die fürstliche Gartenwohnung und das Italienische Schlösschen.

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