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Eremitage

Luftaufnahme der Eremitage

 

Die Vorgeschichte der Eremitage reicht bis ins Jahr 1616 zurück. Damals kam ein Waldgelände unweit von Bayreuth durch Ankauf in markgräflichen Besitz, in dem ein halbes Jahrhundert später (1666) Markgraf Christian Ernst einen Tiergarten anlegen ließ, dem alsbald ein "Grott- und Brunnenhaus" folgte.

Schließlich machte Markgraf Georg Wilhelm (reg. 1712-1726) dieses abgelegene, auf drei Seiten vom Roten Main umflossene Waldgelände mit dem Bau eines Schlosses zum Schauplatz eines höfischen Eremitenspieles. Dass der Markgraf als Bauherr bei der Planung dieser stilistisch bemerkenswerten, einheitlichen und originellen Anlage entscheidend mitwirkte, ist mehr als wahrscheinlich. Der markgräfliche Hof ahmte das "einfache Leben" und die Regeln eines Eremitenordens nach, dessen Superior der Markgraf selber war. Man kleidete sich in Mönchskutten, schlief in kahlen, winzigen Zellen und aß mit Holzlöffeln aus braunem, irdenem Geschirr Speisen, die von den Hofdamen zubereitet waren.

 

Bild: Altes Schloss Eremitage, Grottenfassade

Lyra spielender Orpheus, Ausschnitt aus der
Stuckdekoration der Decke im Musikzimmer

Markgraf Friedrich (reg. 1735-1763) wiederum schenkte zwei Monate nach seinem Regierungsantritt die Gesamtanlage seiner Gattin Wilhelmine zu ihrem Geburtstag am 3. Juli 1735. Unmittelbar darauf begann Wilhelmine mit Planungen für die Neugestaltung. In den darauffolgenden Jahren wurden das Schloss umgebaut und kostbarste Raumdekorationen geschaffen, wobei der grottenhafte Charakter des Gebäudes bewahrt blieb. Einige Jahre später entstand das Neue Schloss. Der Park wurde um weitere Gartenbereiche und mehrere Staffagearchitekturen erweitert.

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