Inhalt:

Eremitage

Neues Schloss

Bild: Neues Schloss Eremitage mit Großem Bassin

 

Mit dem ungewöhnlichen Neuen Schloss setzte Wilhelmine einen weiteren Akzent in der Eremitage. Westlich von dem bereits bestehenden Schloss, das seitdem "Altes Schloss" genannt wurde, ließ sie um 1750 anstelle eines Heckenlabyrinths eine faszinierende Parkarchitektur errichten. Brennpunkt der ovalen Anlage ist der sogenannte Sonnentempel, an den sich seitlich zwei Arkadentrakte in Form eines Halbkreises anschlossen. Sie dienten als Winterhaus für exotische Pflanzen, an sie schloss sich je ein großes Vogelhaus an. Nach Norden wurde der Bereich durch teilweise rekonstruierte Gartenspaliere, in die Sandsteinvasen eingefügt wurden, zu einem Oval geschlossen.

 

Bild: Wasserspiele vor dem Neuen Schloss Eremitage

Wasserspiele vor dem Neuen Schloss

Um die Bedeutung dieser Schlossanlage zu verstehen, bedarf es wieder einer Deutung der symbolischen Aussage. Demnach handelt es sich bei dem Sonnentempel um den im Himmel angesiedelten Palast Apolls, den dieser – wie es in der Mythologie berichtet wird – jeden Morgen mit seinem Sonnenwagen verlässt, um tagsüber die Welt zu überqueren und mit seinem Licht zu erleuchten.

Die Welt unter ihm ist durch das Oval der übrigen Anlage repräsentiert. Das Wasserbecken steht für das Meer, die Volieren mit den Vögeln darin für die Luft und die aufgestellten Pflanzen für die Erde.

In diesem Zusammenhang findet auch die Verzierung mit roten, blauen und gelben Glasflüssen sowie mit Bergkristallen, die dem Sonnentempel und den beiden Flügelbauten ihr märchenhaftes Aussehen geben, eine Erklärung, denn Apollos Palast bestand aus Kristall. Die Architektur soll auf diese Weise immateriell und wie aus reinem Licht gebaut wirken, wie es sich für den im Himmel angesiedelten Tempel des Sonnengottes gebührt.

 

 

Bild: Büsten an einem der Seitenflügel

Büsten an einem der Seitenflügel

Das Gebäude hat sein Vorbild in Bühnenbildern der zeitweise in Bayreuth tätigen Theaterarchitekten Galli Bibiena. Selbstverständlich diente das gesamte Gebäude der Verherrlichung des Markgrafen Friedrich als Brandenburger Apoll, der als Sonnengott über die Jahreszeiten herrscht und mit den Strahlen seiner Weisheit und Majestät das Leben im Markgraftum Bayreuth zum Blühen bringt.

Von der ungewöhnlichen Ausstattung der Räume hat sich aufgrund eines Bombentreffers im Zweiten Weltkrieg leider nichts erhalten.

| nach oben |