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Neues Schloss Bayreuth

Staatsgalerie – Malerei des Spätbarock

 

Bild: "Odysseus erkennt den Achill unter den Töchtern des Lykomedes", Gerard Hoet

Odysseus erkennt den Achill unter
den Töchtern des Lykomedes
,
Gerard Hoet, um 1700 (Detail)

Die Staatsgalerie im Neuen Schloss zu Bayreuth zeigt über achtzig Werke der niederländischen und deutschen Malerei vom ausgehenden 17. bis in das 18. Jahrhundert. Die Präsentation der prachtvoll gerahmten Gemälde in der einstigen, jüngst aufwendig restaurierten Bildergalerie des Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine von Bayreuth lässt die höfische Sammlungskultur der späten Barockzeit erlebbar werden.

Besonderes Augenmerk gilt der Blüte der holländischen Malerei um 1700, des ausklingenden "Goldenen Zeitalters". Mit dem Einfluss Frankreichs setzte sich im späten 17. Jahrhundert in den Niederlanden eine Nobilitierung der Bildkunst durch: Dekorative Eleganz und ein der Antike verpflichteter Klassizismus in Form und Themenwahl bestimmten fortan die Malerei.

 

Bild: "Früchte und Blumen", Jan van Huysum

Früchte und Blumen,
Jan van Huysum, 1735 (Detail)

Im Mittelpunkt der Bayreuther Galerie steht daher die gelehrte Historienmalerei, die am höchsten bewertete Gattung der Malkunst. Man begegnet in den figurenreichen Werken eines Gerard de Lairesse, Gerard Hoet oder Adriaen van der Werff den Göttern Venus und Bacchus, dem Liebespaar Aeneas und Dido, dem listigen Abenteurer Odysseus, den Helden Achill und Perseus, aber auch der ägyptischen Königin Kleopatra oder dem triumphierenden Alexander dem Großen.

Diesen Figurenbildern sind kostbare Meisterstücke der besten Stilllebenmaler ihrer Zeit an die Seite gestellt: Üppige Blumenarrangements von Rachel Ruysch und Jan van Huysum, aber auch die bewunderten Jagdbeutestillleben des Jan Weenix belegen, dass die holländische Malerei auch nach Rembrandts Tod 1669 noch außergewöhnliche Leistungen erzielte.

 

Bild: "Kirmesbelustigung: Entenfangen", Jan Pieter van Bredael d. J.

Kirmesbelustigung: Entenfangen,
Jan Pieter van Bredael d. J.,
um 1715 (Detail)

Darüber hinaus ist der deutschen Landschaftskunst des 18. Jahrhunderts ein Galerieraum gewidmet; hier finden sich Hauptstücke von Meistern, die ihre Vorbilder vornehmlich in der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts fanden; zu diesen zählen Philipp Hieronymus Brinckmann, Christian Wilhelm Ernst Dietrich oder August Querfurt.

 

Deren Gemälden werden die farbenfrohen Werke der flämischen "Brueghel"-Renaissance der Jahre nach 1700 zur Seite gestellt, als Antwerpener Meister wie Pieter van Bloemen, Jan Frans und Jan Pieter van Bredael oder Theobald Michau auf die Landschaftskunst Jan Brueghels d. Ä. der Jahre um 1600 zurückgriffen und europaweite Erfolge verzeichneten.

 

Bild: Küchenstillleben mit weiblicher Figur und Papagei, Peter Jakob Horemans

Küchenstillleben mit weiblicher Figur und Papagei ("Das Gefühl"),
Peter Jakob Horemans, 1760 (Detail)

Als besondere Attraktion erweist sich der dritte Schwerpunkt der Bayreuther Galerie: Die reizvollen Porträts, Genrebilder und Stillleben des als Hofmaler in München tätigen Flamen Peter Jakob Horemans (1700-1776) werden in einem eigenen Kabinett präsentiert.

Horemans hat in detailfreudigen Werken die Kultur des 18. Jahrhunderts in all ihren Facetten festgehalten und ermöglicht so dem Betrachter das Studium der Alltagswelt des süddeutschen Rokoko.

© Text und Bilder: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München


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