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Neues Schloss Bayreuth

Spiegelscherbenkabinett der Markgräfin

Dieses und die folgenden Zimmer dienten nicht der höfischen Repräsentation, sondern stellten den privaten Bereich der Markgräfin dar.

 

Spiegelscherbenkabinett

Die Wände eines Raumes mit Spiegeln auszukleiden war im Schlossbau der Barockzeit weit verbreitet. Durch verspiegelte Wände wirkt ein Raum größer und heller. Die Art jedoch, wie Wilhelmine die Wirkung von Spiegeln in die Gestaltung ihrer Räume einbezog, ist ungewöhnlich. Die unregelmäßigen und in Abständen verlegten Scheiben führen nicht zum Eindruck eines erweiterten Raumes, sondern lassen die geschlossene Fläche der Wand oder der Decke wie durchlöchert erscheinen.

Spiegelscherbenkabinette gibt es nur im Bayreuther Rokoko. Wenige Jahre zuvor hatte Wilhelmine schon in der Eremitage ein Zimmer in dieser Weise ausstatten lassen.

Anders als in der Eremitage jedoch, wo die Wände mit Spiegelscherben verkleidet sind, ist im Spiegelkabinett des Neuen Schlosses nur die Decke damit belegt. Die Scherben verbinden sich mit stuckierten Formen zu merkwürdigen und fremdartigen Motiven: Löwen und Drachen tauchen auf, Delphine und Insekten; klare geometrische Formen wechseln mit skurrilen Gebilden. In der Mitte schwebt ein gläserner Pavillon, in dem eine Dame – wohl eine Anspielung auf Wilhelmine selbst – die in einer alten Schrift ließt, die ihr ein kniender Chinese präsentiert.


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