Der sogenannte Morgenländische Bau verdankt seinen Namen hauptsächlich einem Bauelement, das heute nicht mehr erhalten ist: Bereits im 18. Jahrhundert wurden das orientalisch inspirierte Dach des Hauptgebäudes sowie die seitlichen Kuppeldächer aus Witterungsgründen ersetzt. Dennoch vermittelt das mit Glasflüssen und Tuffstein verzierte Äußere bis heute einen märchenhaften, orientalisierenden Eindruck. Im Kontrast dazu stehen die Innenräume, die schlicht und elegant im Stile des Bayreuther Rokoko ausgestattet wurden. Das Herzstück des Ensembles befindet sich im Innenhof: Als natürliches Zentrum des vom Menschen geschaffenen Bauwerks ragt hier eine Buche empor.
Einst als ländliche Eremitage und idyllischer Rückzugsort für die Bayreuther Markgrafen errichtet, steht der Morgenländische Bau heute als Museum allen Besucherinnen und Besuchern offen. Ab Mai 2026 beherbergt sein frisch restauriertes Inneres eine neue Dauerausstellung für Groß und Klein. Mit allen Sinnen lässt sich hier die abwechslungsreiche Natur- und Kulturgeschichte Sanspareils erkunden: Wie wurde aus einem Riff im Jurameer, bevölkert von Sauriern und Seeigeln, ein in der europäischen Gartengeschichte einzigartiger barocker Garten? Wie gelangten griechische Helden und ein chinesischer Drache nach Oberfranken? Und was genau machte die Bayreuther Markgrafen eigentlich „steinreich“?
Die Antwort auf diese letzte Frage findet sich nicht zuletzt im Felsengarten selbst: Seine bizarre Kulisse zeugt von der geologischen Faszinationskraft der Fränkischen Schweiz – eine Faszination, die auch Markgraf Friedrich teilte, denn in seiner naturkundlichen Sammlung fand sich eine Fülle von Gesteinen und Fossilien. Die neue Dauerausstellung lässt die weit verstreute und größtenteils verlorene Markgräfliche Sammlung in all ihrem Facettenreichtum wieder aufleben und macht sie interaktiv und anschaulich erfahrbar – von einem Äffchen wie jenes, das nach seinem Leben als markgräfliches Haustier in die Sammlung kam, über fossile Zähne eines Höhlenbären und Gesteine und Mineralien aus dem markgräflichen Territorium bis hin zur kunstvoll geschnitzten, original aus dem markgräflich Naturalienkabinett stammenden Elfenbeinschale.
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