Inhalt:

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth –
einzigartiges Monument barocker Theaterkultur


Kulturerbe von Weltrang

 

Das Zeitalter des Barock wird gerne als theatralische Epoche bezeichnet, die barocke Welt als "Theatrum Mundi". Architektur, Malerei und Plastik äußerten sich in aufwendigen und überreichen Inszenierungen mit enormen Dimensionen.

Bild: Markgräfliches Opernhaus, Blick zu den Rängen und zur Bühne

Markgräfliches Opernhaus, Ränge und Bühne (Foto: Heiko Oehme)

 

Höhepunkt barocker Repräsentation, d.h. der Zur-Schau-Stellung der gesellschaftlichen Position, war das barocke Fest. Alle offiziellen Ereignisse dieser Zeit wurden von prunkvollen Festveranstaltungen begleitet. Dafür wurden unerhörte und noch nie gesehene Inszenierungen unter Verwendung ephemerer Architekturen geschaffen, an denen die bedeutendsten Künstler der Zeit zusammenwirkten.

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth verkörpert in außergewöhnlicher Vollendung und Erhaltung den Typus des höfischen Opernhauses und Festraumes des 18. Jahrhunderts, der neben dem Schloss- und Kirchenbau wichtigsten Repräsentationsplattform der absolutistischen Gesellschaft. Als Schöpfung einer musikbegeisterten, selbst komponierenden und Regie führenden Fürstin stellt es zugleich ein bedeutendes Zeugnis der Musikkultur der deutschen Höfe dieser Zeit dar. Es repräsentiert auf singuläre Weise die ephemere/vergängliche Architektur, die Impulsgeber für die bildenden Künste dieser Zeit war und bislang noch nicht auf der UNESCO-Welterbeliste berücksichtigt ist.

 

Bild: Zuschauerränge im Opernhaus

Zuschauerränge im Opernhaus
(Foto: Heiko Oehme)

Das Markgräfliche Opernhaus mit seinem in höchstem Maße unversehrt erhaltenen Zuschauerraum aus der Hand des bedeutendsten Theaterarchitekten der Zeit steht in einzigartiger Weise für die Fest- und Opernkunst des Barock und ist ein Beleg für diesen europaweit ausgeprägten und heute verschwundene Höhepunkt barocker Inszenierung.

Bislang auf der Welterbeliste der UNESCO verzeichnete Theater der Renaissance- und Barockzeit sind überwiegend als Bestandteile größerer Denkmalensembles in die Welterbeliste aufgenommen worden. Es handelt sich zudem in der Regel um kleine Theatersäle, die mehr für das Schauspiel als für großes Musiktheater, Opern- oder Festveranstaltungen bestimmt waren.

Als Monument der europäischen Fest- und Musikkultur des Barock schließt das Markgräfliche Opernhaus diese Lücke auf der Welterbeliste in unvergleichlicher Weise.



interner Link Präambel zum UNESCO-Antrag
interner Link Begründung des UNESCO-Antrages
interner Link Stand des UNESCO-Verfahrens
externer Link Gutachten der ICOMOS zur Aufnahme des Opernhauses in die Welterbeliste
interner Link Links
interner Link Ansprechpartner

 

| nach oben |